Hämatom ( Bluterguss): nach oben
Entsteht, wie beim Menschen auch, durch stumpfe Gewalteinwirkung in folge eines Sturzes, Schlages oder ähnlichem. Oft tritt der Bluterguss als Schwellung an einem gut bemuskelten Körperteil auf. Er kann sich bis auf die Größe eines Fußballs ausdehnen. Sie entsteht durch stumpfe Gewalteinwirkung wie Schlag, Stoß, Tritt oder Fall zerreißen Blutgefäße. Wenn die Haut unverletzt bleibt, läuft das Blut in das umliegende Gewebe und bildet einen Bluterguss. Die Schwellung ist in der Regel nicht berührungsempfindlich.
Am Anfang fühlt sie sich weich an.
Der Bluterguss wird im akuten Stadium mit kaltem Wasser oder Eispackungen gekühlt.
Je nach Größe muß der Tierarzt ihn öffnen, um das geronnene Blut abfließen zu lassen.
Geschieht das nicht, entwickelt sich eine harte bindegewebige Schwellung
Herpes: nach oben
Herpes wird durch die equinen Herpesviren der Typen 1, 2 und 4 verursacht. Die Krankheit tritt von Zeit zu Zeit in verschiedenen, zumeist lokal abgegrenzten Pferdebeständen auf. Alle drei Typen des equinen Herpesvirus lösen stark ähnliche Symptome aus. Man vermutet, dass die Typen 1 und 4 im Zusammenspiel eine Erkrankung bewirken. Eine Therapie bei Herpeserkrankungen ist nicht möglich. Es ist lediglich möglich, die betroffenen Tiere zu schonen und positiv auf das Allgemeinbefinden einzuwirken. Bei dem geringsten Verdacht auf Herpes muss das Pferd sofort isoliert werden. Herpes gilt als höchst ansteckend bei einem direktem übertragungsweg von Pferd zu Pferd. Zwischenträger sind hier nicht bekannt. Der Kontakt zu anderen Pferden muss unterbunden werden, um die Gefahr einer Durchseuchung des Bestands zu verringern. Es sind zudem Maßnahmen zu treffen, die ein Verschleppen von Erregern durch Pflegepersonal verhindern. Eine Infektion über z.B. Putzzeug ist nicht nachgewiesen, kann (und soll) aber hier nicht endgültig ausgeschlossen werden. Erstes Symptom einer Herpeserkrankung ist Fieber bis über 39°C. Kurz nach dem Auftreten des Fiebers folgen Nasen- und Augenausfluss begleitet von zeitweisem Husten. Typisches Anzeichen sind die kleinen Bläschen auf der Maulschleimhaut und der Bindehaut der Augen.
Es kommt zu Blutungen in die Nervensubstanz des Rückenmarks. Daraus resultieren Bewegungsstörungen der Hinterhand, Sensibilitätsstörungen und Bewegungsunwillen bis hin zu Bewegungsunfähigkeit. Je nachdem, in welchen Bereichen die Blutungen in das Nervengewebe erfolgen, stellen sich Lähmungen von Penis, Anus oder Blase ein. Der Typ 1 des equinen Herpesvirus kann bei trächtigen Stuten im letzen Drittel der Trächtigkeit zu plötzlichem Abort führen. Gegen die Typen 1 und 2 kann geimpft werden. In diesem Impfschutz liegt die einzig sichere Vorbeugung gegen Herpes.
Herzerkrankungen: nach oben
Pferde, die an Herzkrankheiten leiden haben allgemein eine schwache Kondition, sie schwitzen schnell, der Puls ist erhöht, sie leiden unter Atemnot oder Fieber.
Ca. 0,3% aller Pferde haben einen angeborenen Herzfehler, die Arterien können weniger Sauerstoff transportieren als im gesunden Zustand. Meistens entwickeln sich die Herzprobleme erst im Laufe des Lebens, Herzrhythmusstörungen kommen häufig vor, sind im Ruhezustand aber meist normal. Krankhafte Herzrhythmusstörungen sind ein Zeichen für Herzmuskelschäden, die durch Sauerstoffmangel oder Infektionen entstehen können.
Entzündungen am Herzmuskel bezeichnet man als Myokarditis. Bei Veränderungen der chemischen Struktur der Herzmuskelfasern kann das Herz nicht mehr richtig Blut pumpen, man spricht von Myokardosen.
Herzinnenhautentzündungen, werden von Bakterien ausgelöst, die durch z.B. entzündete Hufe oder Gelenke übers Blut ins Herz gelangen. Bei der Herzbeutelwassersucht gelangt Wasser durch die Blutgefäßwände in den Herzbeutel. Eine Nichtbehandlung von Herzproblemen führt in der Regel zu einer Herzinsuffizienz. In leichten Fällen kann der Kreislauf ausgleichen, in schweren Fällen ist mit Herzversagen zu rechnen. Bei Pferden, die einen Klappenfehler der rechten Herzhälfte aufweisen, führt aufgestautes Blut in Organen zu einer Leberzirrhose. Herzkrankheiten werden von Tierärzten durch Abhören, Ultraschall oder EKG festgestellt.
Das Pferd sollte zunächst keiner Belastung ausgesetzt werden und im Idealfall in Offenstall oder Außenbox untergebracht werden, damit das Herz mit reichlich Sauerstoff versorgt wird. Auch Homöopathie und Akupressur bieten neben der Schulmedizin Möglichkeiten Herzleiden zu heilen. Allerdings sollte in jedem Fall ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Heilung bzw. Behandlung von Herzerkrankungen können sehr lange dauern, eine Therapie dauert in jedem Fall 4-6 Wochen. Manche Pferde können dauerhaft geheilt werden, andere wiederum werden rückfällig wenn die Medikamente abgesetzt werden. Im Falle einer Heilung sollte für die weitere Zukunft berücksichtigt werden, dass die Pferde wieder geritten werden können solange keine Höchstleistungen gefordert werden!
Hitzschlag: nach oben
Die Ursache ist feuchtes, heißes Wetter, mangelnde Wasserzufuhr oder Konditionsmängel, und führen zu einer überhitzung des Körpers mit starkem Blutandrang im Gehirn. Die Symptome dafür sind ein unsicherer Gang, Temperatur sowie Puls und Atmung hoch, apathisches und ängstliches Verhalten. Das betroffene Pferd unbedingt im Schatten unterbringen, großflächig kühlen mit drucklosem Wasserschlauch, liegendes Pferd nicht auftreiben, sofort den Tierarzt benachrichtigen.
Hornspalt: nach oben
Hornspalt entsteht durch Mineralmangel, welcher den Huf spröde macht. Es entsteht ein Riss, der vom Huf bis in den Kronrand reichen kann. Sollte so ein Riss auftauchen, kann man durch Hilfe eines Huforthopäden diese Krankheit schneller in den Griff bekommen als mit einem Hufschmied. Der Orthopäde kennt sich mit dem Huf um einiges besser aus, und weiß wie er zu behandeln ist! Guter Tipp!!
Hufabszess: nach oben
Von einem Hufabszess spricht man bei einer eitrigen Entzündung der Huflederhaut. Durch eine raumfordernde Eiteransammlung zwischen der Huflederhaut und dem Hufhorn entsteht ein Druck, durch den eine schmerzbedingte Lahmheit auftritt.
Prinzipiell kann ein Hufabszess durch zwei verschiedene Ursachen auftreten: Allgemein gilt das Eintreten eines Fremdkörpers als Auslöser. Viel öfter kommt jedoch ein anderer Umstand zum tragen. Teile der Lederhaut und Knorpelbestandteile, die mechanisch über einen längeren Zeitraum gequetscht und in Folge dessen von der Blutversorgung abgeschnitten werden, beginnen abzusterben. Die Kapillargefäße im Huf sind jedoch zu fein, um diese abgestorbenen Gewebereste aus dem Huf herauszuführen. Wird die Blutversorgung wieder aufgenommen, wird das tote Gewebe durch weiße Blutkörperchen vom lebenden Gewebe getrennt. Hier entsteht durch die ebenfalls absterbenden weißen Blutkörperchen der Eiterherd.
Dieses Erscheinungsbild tritt sehr häufig auf, wenn ein beschlagenens Pferd auf Barfuss um- gestellt wird. Der Trachtenbereich steht beim Auftreten eines Hufabszesses an vorderer Stelle. Auch an Ballen, Strahl- oder der seitlichen Strahlspitze kann sich ein Abszess bilden. Die Behandlung sollte dem Tierarzt oder einem erfahrenen Hufschmied übertragen werden. Optimal für das Pferd ist eine öffnung der betroffenen Stelle, damit der Eiter abfließen kann. Dieser Zugang lässt sich allerdings nur herstellen, wenn der Hufabszess nicht zu tief sitzt. In einem solchen Fall wird allgemein abgewartet, bis der Eiterherd von allein am Kronenrand durchbricht. Nachteilig wirkt sich aus, dass die Schmerzen für das Pferd beständig ansteigen, bis der Druck vom Entzündungsherd entweicht.
Hufrehe: nach oben
Die Hufrehe ist eine nicht eitrige Entzündung der Huflederhaut. Die Huflederhaut gehört zu den am besten durchbluteten Organen. Zugleich liegt sie aber auch am weitesten vom Herzen entfernt. Durch diesen Umstand herrscht in den Kapillargefäßen der Huflederhaut ein hoher Druck. Wenn durch verschiedene Ursachen vermehrt toxische Eiweißzersetzungsprodukte in den Blutkreislauf gelangen, werden die Wandungen der Kapillargefäße geschädigt und durchlässig. Durch die Hornkapsel wird eine Ausbreitung des austretenden Blutserums verhindert, es kommt zu einer Gewebeschwellung, welche die Lederhautlamellen und die Blättchen des Horns auseinander drückt. Die Beweglichkeit des Hufbeins nach unten erhöht sich und der gesamte Aufhängeapparat des Hufbeins wird gelockert.
Diese erhöhte Beweglichkeit zieht die Zehen wand nach innen. Bei nicht sachgerechter Behandlung entsteht ein Knollhuf. Eine Drehung und Absenkung des Hufbeins kann zudem auftreten. In schweren Fällen kommt es zum Ausschuhen, dem Ablösen der Hornkapsel.
Kommt es zu einem akuten Anfall, zeigen sich erhöhte Puls- und Atemfrequenz, Unruhe, leichtes Fieber, Muskelzittern und Schweißausbrüche als Symptome. Die Mittelfußarterie pulsiert verstärkt, wird das Pferd geführt, kommt es zu einem ausgeprägten Wendeschmerz. Auslöser für eine Hufrehe sind Endotoxine. Diese Eiweißzersetzungsprodukte entstehen, wenn durch einen Kohlenhydrateüberschuß die milchsäurebildenden Bakterien übermäßig zunehmen und im Darmtrakt die dortige Bakterienflora und Schleimhaut angreifen und zersetzen. Die absterbenden Bakterien bilden die Endotoxine. In diesem häufigsten Fall spricht man von einer Fütterungsrehe. Eine Geburtsrehe entsteht durch das Nachgeburtsverhalten, bei dem die Nachgeburt nicht oder zu spät ab- gestoßen wird oder einer Infektion der Gebärmutter. Auch hier kommt es durch absterbende Bakterien zur Bildung der Endotoxine. Zudem können auch verschiedene Medikamente, andere Infektionserkrankungen oder eine überanstrengung die Hufrehe hervorrufen. Es sollte unbedingt ein Tierarzt hinzugezogen werden, da neben einer medikamentösen Therapie auch die Ursache wie z.B. bei einer Geburtsrehe abgestellt werden müssen. Bei Verdacht auf Fütterungsrehe darf kein Kraftfutter gegeben werden. Bei chronischer oder schwerer Rehe ist u.U. ein orthopädischer Hufbeschlag erforderlich, in diesem Fall sollte ein erfahrener Hufschmied befragt werden. Empfehlenswert ist das Aufstallen in einer weichen Box.
Hufrollenentzündung: nach oben
Fälschlicherweise hört man jemanden sagen "mein Pferd hat Hufrolle" Klar,- jedes Pferd hat eine Hufrolle. Die Hufrollenentzündung ist eine typische Abnutzungserscheinung der Sehne, die bei Pferden mit hoher Belastung auftreten, z.B. bei Turnierpferden. Man kann die Entzündung an der Anschwellung der Sehne erkennen. Die Hufrollenentzündung ist bis heute als Unheilbar erklärt, und kann nur durch einen Nervenschnitt schmerzfrei gemacht werden. Das Pferd muss leider mit tauben Beinen leben, und oft in diesem Zustand noch viele Turniere erleiden!
Influenza: nach oben
Bei der Influenza handelt es sich um eine hochgradig ansteckende Erkrankung der Atemwege. Zu unterscheiden ist die Influenza von anderen, ebenfalls die Atemwege betreffenden Krankheiten, insbesondere von Allergien. Bei einer akuten Influenza handelt es sich um eine Infektion, daher kommt es hier zu einem Anstieg der Körpertemperatur. Treten daneben noch ein bellender, trockener Husten, Nasenausfluss, entzündete Bindehäute und Appetitlosigkeit auf, kann man mit ziemlicher Sicherheit auf eine Influenzainfektion schließen. Steigt die Körpertemperatur auf Werte über 39°C an, sollte so schnell wie möglich ein Tierarzt hinzu- gezogen werden.
Infiziert sich ein Pferd mit einem Influenzavirus, bricht die Krankheit in der Regel innerhalb der nächsten 24 bis 36 Stunden aus. Die Körpertemperatur steigt rasch an, fällt aber nach rund drei bis fünf Tagen wieder ab, um in der Folge wiederum anzusteigen. Dieser Umstand sollte bei einer Messung der Temperatur beachtet werden.
Eine Impfung gegen die Influenza ist möglich und auch ratsam. Die erste Impfung erfolgt bei einem Fohlen im Alter von etwa drei Monaten. Die zweite Immunisierung wird dann nach etwa sechs Wochen gegeben. Anschließend finden Auffrischungen im halbjährlichen Rhytmus statt. Wird eine Influenza nicht korrekt therapiert, kann es als Folgeerscheinung zu einem chronischen Husten kommen. Daraus resultieren im allgemeinen Schädigungen der Bronchien und Lungen. Die angegriffenen Schleimhäute in diesen Bereichen stellen für andere Erreger ein leichtes Ziel dar, es kommt u.U. zu Sekundärinfektionen und erhöhter Anfälligkeit für Allergien. Verliert die Lunge durch einen chronischen Husten ihre natürliche Elastizität, ist die Folge eine unheilbare Dämpfigkeit, die in einigen Fällen bereits nach weniger als einem Jahr eintritt.
Wurde eine Influenza diagnostiziert, muss das Pferd unbedingt geschont werden. Dies ist ratsam für die Dauer einer normalen Infektion, also für rund zwei bis vier Wochen. Bei der medikamentösen Therapie kommen z.B. Antibiotika, Bronchospasmolytika, Mukolytica oder auch Cortisonpräparate zum Einsatz. Allein der Tierarzt sollte entscheiden, ob und wann das Pferd wieder belastet werden kann. Als heilungsfördernd gilt auch eine Umstellung des Futters auf Schonkost. In Frage kommen hier Futtermittel mit verringertem Kohlenhydrat- und Eiweißanteil. Diese werden von verschiedenen Anbietern vertrieben.
Kehlkopfpfeifen: nach oben
Das Kehlkopfpfeifen zeigt sich als Atemgeräusch beim Einatmen vorwiegend unter Belastung. Als Auslöser kommen verschiedene
Umstände in Frage. Die häufigste Ursache, die linksseitige Lähmung eines Kehlkopfnervs, soll hier beschrieben werden.
Der Kehlkopf besteht aus einem Knorpelgerüst,
welches durch verschiedene Bänder, Muskeln und Gelenke zusammengehalten wird. Diese verleihen dem Kehlkopf auch seine Beweglichkeit. Als oberes Ende der Speiseröhre verhindert der Kehlkopf das Eindringen von Fremdkörpern wie z.B. Futter in die Luftröhre, indem der Kehldeckel die Luftröhre während des Schluckens verschließt. Teile des Kehlkopfes, als Membranen ausgebildet, dienen dem Pferd zur Stimmbildung.
Anzeichen eines Kehlkopfpfeifens sind typische
Atemgeräusche, die sich als Schnarchen oder Pfeifen beim normalerweise lautlosen Einatmen
zeigen. Durch den Umstand, dass bei einer Nervenlähmung auch die gesamte Atmung nur erschwert stattfinden kann, zeigt sich mitunter zudem ein Leistungseinbruch.
Von dieser Lähmung, sind zumeist große Pferde mit langem Hals betroffen. Eine sichere Diagnose kann der Tierarzt mittels einer endoskopischen Untersuchung stellen. Der die Kehlkopflähmung auslösende Nerv, der linksseitige Nervus recurrens, wird zumeist schon in der embryonalen Entwicklung verkürzt ausgebildet und wird dadurch später anfälliger für Verletzungen, etwa bei einer Zerrung. Diese äußeren Ursachen können den Nerv ganz oder teilweise lähmen.
Bei rechtsseitigen Lähmungen kommen in der Regel andere Ursachen, etwa Erkrankungen der Atemwege, als Auslöser in Frage, allerdings eher selten. Gleiches gilt für beidseitige Lähmungen. Als therapeutische Maßnahme kann bei einigen Pferden schon die Gabe von Medikamenten helfen, insbesondere, wenn das Kehlkopfpfeifen akut nach einer Verletzung einsetzt. Besteht allerdings ein chronisches Kehlkopfpfeifen, so wird ein chirurgischer Eingriff notwendig, bei welchem die Stimmtaschen entfernt werden. Bei Leistungspferden besteht zudem die Möglichkeit, eine Laryngoplastik einzusetzen, mit der ein Knorpel in der korrekten Stellung fixiert wird. Kehlkopfpfeifen stellte früher einen der Gewährsmängel beim Pferdekauf dar.
Kissing Spine: nach oben
Das sogenannte Kissing-spine-Syndrom ist eine Erkrankung der
Rückenwirbelsäule, bei der sich die nach oben zeigenden
Dornfortsätze der Wirbel schmerzhaft aneinanderreiben, war
früher eine Erkrankung älterer Pferde mit "durchgerittenem"
Rücken. Immer häufiger wird dieses Bild jetzt auch bei jungen
Pferden gesehen, die gerade angeritten worden sind. Ursache
ist auch hier wieder das meist aus finanziellen Belangen erfolgende
zu schnelle und/ oder zu frühe Anreiten. Es ist unabdingbar, daß
vor dem Anreiten das Pferd erst seine Rückenmuskulatur soweit
trainieren muß, daß es einen Reiter unbeschadet tragen kann.
Hierzu ist u.U. monatelange Bodenarbeit in korrekter
Dehnungshaltung notwendig, und auch danach sollte der Reiter
zunächst nur sehr kurze Zeit auf dem Pferderücken verbringen,
die dann ganz allmählich mit zunehmender Kräftigung gesteigert
werden kann. Sind die Rückenmuskeln zu schwach, kommt es
zum Durchhängen der Wirbelsäule mit "Kissing spines",
Quetschungen, Bandscheibenvorfall bis hin zur Zerrung und
Zerreißung des sehnigen Bandes, das sich unterhalb der
Wirbelsäule befindet. Eine solche Verletzung braucht jahrelang,
um auszuheilen und das Tier wird für lange Zeit unreitbar. Wer
das nicht riskieren will, bildet sein Pferd ohne Zeitdruck aus
und läßt es langsam - körperlich wie psychisch - in seine neue
Aufgabe hineinwachsen.
Knochenbruch: nach oben
Das Pferd hat mit dem Bein evtl. gegen einen harten Gegenstand geschlagen, oder ist gestolpert im unebenen Gelände. Das Pferd zeigt Lahmheit, belastet das Bein nicht. Es ist deutlich eine Stufe im Knochen fühlbar, Pulsation, Bruchenden sind sichtbar. Sofort den Tierarzt rufen, auch ins Gelände. Das Pferd nicht bewegen oder transportieren. Bei offenem Bruch kann die äußere Wunde mit Verband vor weiterer Verschmutzung vorsichtig geschützt werden. Grundsätzlich darf sonst nichts unternommen werden, bis der Arzt eintrifft!
Kolik: nach oben
Ist ein Sammelbegriff für Krankheiten bei denen das Pferd Bauchschmerzen bekommt. Hervorgerufen z.B. durch Darmverschluss, Gas- oder Krampfkolik, Magenüberladung oder Erweiterung, sowie Verstopfung aber auch Stress. Zuerst sollte man prüfen, ob die Darmgeräusche auf beiden Seiten noch deutlich zu hören sind. Standartkontrollen wie Fieber messen ( normal 37,5 - 38,2Grad), Puls messen (normal 28-40 Schläge pro Min.), mögliche Kreislaufschwäche?, Farbe des Zahnfleisches. Rückschlüsse kann man evtl. aus dem Verhalten des Pferdes ziehen, welcher Teil, welches Organ die Kolik ausgelöst hat. Stellt es sich z.B. hin, als müsse es urinieren, kann man auf eine Nierenkolik schließen, oder es sind keine Darmgeräusche zu hören , handelt es sich meist um eine Verstopfung. Andere Koliken können durch schimmeliges , schlechtes Essen, Wurmbefall, grüne äpfel, Gasentwicklung, Flüssigkeitsmangel, und andere Ursachen entstehen.
Kreuzverschlag: nach oben
Im Gegensatz zu anderen Krankheiten ist er sehr leicht zu erkennen, da es sich um eine starke Bewegungsfreiheit oder gar totale Steifheit handelt. Es ist eine Stoffwechselstörung, welche durch Milchsäurebildung ausgelöst wird, und zu einer Verdickung des Blutes führt. Dazu kommt es, wenn Pferde nach einer längerer Ruhepause, ohne Warmreiten zu Höchstleistungen gezwungen werden. Auch zuviel Futter mit hohem Eiweißanteil kann die Ursache sein. Das Pferd soll ruhig stehen, zugedeckt sein, und sofort muss der Arzt verständigt werden, der ihm ein schmerzstillendes Mittel verabreicht. Niemals selber Schmerzmitten verabreichen, denn dabei kommt es oft zu schlimmen Schädigungen der Nieren. Der Urin des Pferdes ist während und nach dem Kreuzverschlag deutlich dunkler als normal. Früher wurde Kreuzverschlag durch Aderlass von mehreren Litern Blut behandelt.
Kurzsichtigkeit: nach oben
Nicht nur Menschen leiden im fortgeschrittenen Alter häufig an Sehschwächen. Auch die Sehkraft des Pferdes lässt mit den Jahren nach. Diese Alterserscheinung äußert sich durch eindeutige Symptome:
Anzeichen für Kurzsichtigkeit:
- das Pferd wird schreckhafter.
- es kann Entfernungen nicht mehr richtig einschätzen.
- es stolpert vermehrt.
- unbekannte Geräusche verursachen Panik.
Unter Umständen kann es auch zu einer vollständigen Erblindung des Pferdes kommen. In seiner gewohnten Umgebung kann ein blindes Pferd trotz seiner Behinderung noch einen angenehmen Lebensabend verbringen. Umgebungswechsel und Aufregungen sollten allerdings strikt vermieden werden, weil dies zu einer absoluten Desorientierung des Pferdes führt.
Mauke: nach oben
Mauke ist eine Krankheit, die mit Sicherheit vermieden werden kann! Die Ursache ist immer auf unzureichende Pflege zurück zu führen. Nasse und verschmutzte und nasse Beine, die in unsauberen Ställen und morastigen Wiesen stehen führen zu eitrigen Fesselbeugen. Es entstehen kleine nässende Wunden in der Fesselbeuge. Später verschorfen die Wunden, die Haare gehen aus und die Wunden können eitern oder sich entzünden. Je nach Schwere der Erkrankung können sich die Wunden bis über das Fesselgelenk zum Röhrbein ausbreiten. Es können Schwellungen Lahmheit und erhöhte Temperatur auftreten. Dies kann sich zu einer nicht mehr heilbaren Erweiterung des Strahls fortsetzen. Pilzbefall, Strahlfäule und im schlimmsten Fall auch Hufkrebs sind die Folge!
Melanome: nach oben
Melanome sind tiefschwarze, haarlose Gewebeknoten in der Haut mit einer festen und
glatten Oberfläche. Sie gehen von den farbstofftragenden Zellen aus.
Die meisten Melanome wachsen sehr langsam und sind gutartig. Sie treten einzeln auf oder bilden kleine Gruppen und erreichen in etwa die Größe einer
Walnuss. Es entstehen durch ein Melanom keine Schmerzen für das Pferd.
Betroffen von Melanomen sind fast ausschließlich Schimmel aller Rassen. Die Melanome
finden sich vorwiegend unterhalb des Schweifs, in der Nähe des Kiefergelenks und im
Bereich der Ohren. Eine Behandlung wird nur in seltenen Fällen empfohlen, da Melanome fast immer genau
dort wieder auftreten, wo sie zuvor entfernt wurden.
Bei Melanomem besteht die Gefahr, dass sie sich in Melanosarkome verwandeln. Diese Art
ist bösartig und befällt daher andere Organe. Ein Melanosarkom wächst sehr schnell an,
die Oberfläche wird weich. Aus diesen Geschwüren fließt nach einiger Zeit eine schwarze
Flüssigkeit ab. Zellen aus den Geschwüren werden über die Blutbahnen zu anderen Organen geschwemmt und bilden dort Tochtergeschwülste, die Metastasen.
An den Folgen der Metastasen verenden die betroffenen Pferde schließlich.
Nabelinfektion: nach oben
Nach der Geburt sollte der Nabel mehrfach mit Jod desinfiziert werden, um die Austrocknung zu fördern und Keime abzuwehren. Damit vermeidet man Infektionen, die meist eitern, wobei sie nach innen durchbrechen können und Keime in Lunge, Leber und Gelenke verschleppen oder eine Bauchfellentzündung verursachen.
Anzeichen: Nabel warm, fingerdick oder größer geschwollen, schmerzhaft und neben Fieber mangelnde Sauglust, Abmagerung.
Gegenmaßnahmen: Nabel in der ersten Woche täglich kontrollieren, nicht berühren, nur Sichtkontrolle. Gründliche Hygiene. Frühzeitig eine Nabelinfektion zu erkennen, bringt deutlich bessere Heilmöglichkeit. Dazu jedoch unbedingt sofort Tierarzt rufen.
Nasenausfluss: nach oben
Ein häufiges Anzeichen für eine Krankheit ist Nasenausfluss, möglicherweise eine Entzündung der Lunge oder der Bronchien. Die Ursache können aber auch andere Infektionskrankheiten sein, wenn das Tier einen zähen oder gefärbten Ausfluss sein. Harmlos und unbedenklich ist nur der flüssige und farblose Ausfluss. Es ist wichtig Fieber zu messen, und die Atemfrequenz festzustellen. Die wichtigste Regel, steigt die Temperatur über 38°C, und/oder sind es mehr als 16 Atemzüge pro Minute, muß umgehend der Tierarzt gerufen werden!
Nasenbluten: nach oben
Nasenbluten kann sich in einem dünnen Bindfaden oder in kleinen Tropfen aus den Nüstern bemerkbar machen, und hört in der Regel von selbst auf. Es ist dann ähnlich wie beim Menschen, das einfach nur kleine Blutgefäße in der Nasenschleimhaut gerissen sind. Die Blutung sollte aber bald wieder aufhören. Es ist jedoch ratsam, das Pferd solange ruhig zu stellen, bis die Blutung eindeutig vorbei ist. Sollte es aber jedoch öfter zu Nasenbluten kommen ist es nötig, einen Tierarzt zu verständigen. Allerdings kann es auch zu bedenklich starken Blutungen kommen. Die Ursachen dafür können verschiedene sein wie z.B. einem Pilzbefall und Entzündung der Atmungsorgane, einen Tumor, oder auch nach einem Sturz. In diesem Fall ist es unabdingbar, das Pferd zu beruhigen, damit der Blutdruck nicht noch in die Höhe getrieben wird, und auf dem schnellsten Weg sollte ein Tierarzt eintreffen.
Nesselfiber: nach oben
Die Ursachen für Nesselfieber sind vielfältig. Sowohl unverträgliche Futterbestandteile, Einstreu, Pflegelotionen, Geschirr als auch andere Reizungen oder Insektenstiche rufen Quaddeln auf der Haut hervor, die meist an Hals und Rumpf auftreten. In seltenen Fällen wird durch diese allergische Reaktion eine Kreislaufstörung verursacht; das Pferd wird apathisch und matt, legt sich, der Puls steigt stark an, wird schwach: Dann ist umgehende Intensivtherapie notwendig. Im Normalfall bilden sich die Quaddeln jedoch von selbst zurück.
Anzeichen: Einzelne bis zahlreiche unterschiedlich große Quaddeln, die auch großflächig zusammenfließen können, nicht entzündlich, auch nicht schmerzhaft oder juckend; später Ausschwitzen klarer Flüssigkeit.
Gegenmaßnahmen: Pferd nicht in der Sonne lassen. Treten nur einige der Quaddeln auf, kann ein paar Stunden abgewartet werden, sie bilden sich meist von selbst zurück. Kühlen - nur mit Wasser - ist hilfreich. Wird massenhaftes Auftreten von Quaddeln beobachtet und sind außerdem noch zusätzliche Allgemeinbeschwerden bemerkbar, muß der Tierarzt zugezogen werden. Meist bilden sich später Krusten, die von selbst abfallen. Es darf erst nach Rückgang der Schwellungen und Verheilen der Krusten das Pferd wieder geritten werden!